Pflanzkalender Gemüse: was wann säen, pflanzen, ernten?

Wann kommt was in die Erde? Diese Frage entscheidet über die halbe Ernte. Dieser Kalender gibt eine einfache Monatsübersicht von März bis Oktober – ohne Fachbegriffe, dafür mit den wichtigsten Faustregeln. Wer sie kennt, weiß auch ohne Tabelle, was zu tun ist.

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Die zwei wichtigsten Faustregeln

Regel 1: Die Eisheiligen. Mitte Mai (11. bis 15. Mai) endet in den meisten Regionen Deutschlands die Frostgefahr. Alles Frostempfindliche – Tomaten, Zucchini, Kürbis, Bohnen, Gurken, Basilikum – darf erst danach ins Freie. Vorher droht in kalten Nächten der Erfrierungstod, selbst wenn es tagsüber schon sommerlich war.

Regel 2: Drinnen vorziehen. Frostempfindliche Pflanzen mit langer Wachstumszeit (Tomaten, Paprika, Chili) werden 6 bis 8 Wochen vor dem Auspflanzen auf der Fensterbank vorgezogen. Wer Mitte Mai pflanzen will, sät also Ende Februar bis Mitte März drinnen aus. So holen die Pflanzen den Vorsprung auf, den sie draußen nicht mehr einholen könnten.

Monatsübersicht März bis Oktober

MonatSäen drinnenSäen/Pflanzen draußenErnten
MärzTomaten, Paprika, Chili, Salat, KohlrabiMöhren, Radieschen, Spinat, Erbsen, Zwiebeln, erste SalateSpinat, Feldsalat (aus dem Herbst)
AprilZucchini, Kürbis, Gurken, BasilikumMöhren, Rote Bete, Radieschen, Salat, Mangold, Kartoffeln legenRadieschen, Spinat, erste Salate
Mainur noch Basilikum und Salat für den Sommernach den Eisheiligen: Tomaten, Zucchini, Gurken, Bohnen, Kürbis auspflanzenSalat, Radieschen, Spinat, Rhabarber
Juni–Buschbohnen nachsäen, Salat, Rote Bete, Möhren für den HerbstSalat, Kohlrabi, Erbsen, Erdbeeren, Kräuter
Juli–Feldsalat, Winterpostelein, späte Möhren und BuschbohnenZucchini, Gurken, Tomaten (frühe), Bohnen, Kartoffeln (frühe)
August–Spinat, Radieschen, Salat für den HerbstTomaten, Zucchini, Gurken, Bohnen, Möhren, Zwiebeln
September–Feldsalat, Spinat (Überwinterung)Kürbis, Kartoffeln, Möhren, Rote Bete, Kohl, späte Tomaten
Oktober–Knoblauch stecken, FeldsalatKürbis, Kohl, Rote Bete, letzte Zucchini, Äpfel

→ Tabelle lässt sich seitlich wischen

Achtung: regionale Unterschiede

Der Kalender gilt für eine durchschnittliche Lage in Deutschland. Zwischen den Regionen liegen gut 2 bis 4 Wochen Unterschied:

Ein ehrlicher Tipp für unsichere Lagen: Warten Sie lieber eine Woche länger. Eine erfrorene Tomatenpflanze kostet Sie die halbe Saison – eine Woche Warten kostet fast nichts. Wer ungedig ist, kann die Jungpflanzen mit einem Vlies oder einer Haube über Nacht schützen.

Was hinter den Begriffen steckt

„Säen drinnen" bedeutet: Samen in kleine Töpfe auf der Fensterbank (hell, aber nicht über der Heizung) oder im Zimmer-Gewächshaus aussäen. Die Jungpflanzen kommen erst nach dem Frost ins Beet.

„Säen/Pflanzen draußen" heißt: direkt ins Beet. Samen kommen in die Erde, wo sie wachsen sollen. Direktsaat ist einfacher und die Pflanzen müssen nicht umziehen – dafür brauchen die Samen im März noch Geduld, bis der Boden warm genug ist.

Nachsäen lohnt sich: Salat, Radieschen und Buschbohnen sät man alle 2 bis 3 Wochen in kleinen Mengen neu. Sonst wird alles gleichzeitig reif – und Sie stehen im Juli vor 30 Salatköpfen.

Der Rhythmus des Gartenjahres in Kurzform

  1. Februar bis März: Drinnen geht es los mit Tomaten, Paprika und Chili – 6 bis 8 Wochen vor dem Auspflanzen.
  2. März bis April: Die robuste Saat (Möhren, Radieschen, Erbsen, Spinat) kommt direkt ins Beet.
  3. Mitte Mai: Die Eisheiligen sind vorbei – alle Frostempfindlichen dürfen raus.
  4. Juni bis August: Ernten, nachsäen, gießen. Die Hauptarbeit liegt in diesen Monaten.
  5. September bis Oktober: Herbsternte und die letzten Saaten für den Winter: Feldsalat, Spinat, Knoblauch.
Merksatz: Alles Frostempfindliche erst nach Mitte Mai ins Freie – und im Zweifel eine Woche länger warten als eine zu früh pflanzen.

Noch ein Wort zu Saatgut-Tüten

Auf jeder Samentüte stehen Aussaatzeit und Abstände – lesen Sie sie. Sie gelten für normale Lagen und sind die zuverlässigste Quelle, die Sie haben. Der Kalender hier gibt die Richtung vor, die Tüte die Details. Wenn beides sich widerspricht, zählt die Tüte.

Zweite Ernte: den Herbst nicht verschenken

Viele Anfänger räumen das Beet im Spätsommer ab und lassen es brach liegen. Dabei ist der September oft noch ertragreich: Feldsalat, Spinat und Winterpostelein wachsen bei kühlen Temperaturen weiter und liefern bis in den Winter frische Blätter. Auch Radieschen und späte Buschbohnen klappen bei einer Aussaat bis Mitte August noch. Ein Beet, das im Herbst bestellt ist, bedeutet im nächsten Frühjahr weniger Arbeit – und wer im Oktober Knoblauch steckt, erntet ihn fast ohne Zutun im folgenden Juli.